Rothenstein (Construction Project  "Albit")

Anfahrt auf der Bundesstrasse 88 aus Jena in Richtung Rudolstadt durch das schoene Saaletal. Schon von weitem begruesst die Leuchtenburg die Besucher. Die Bundesstrasse folgt dem Lauf der Saale. Bereits vor vor 204 Jahren spielte diese Strasse eine wichtige Rolle in der deutschen Geschichte, als franzoesische Truppen unter Napoleon hier entlang marschierten auf dem Weg auf das Schlachtfeld von Jena und Auerstedt.

Bald ist die Ortschaft Rothenstein erreicht. Hinter der Ortschaft auf der rechten Seite der Strasse ragen steile Sandsteinfelsen empor. Eine hohe Betonmauer folgt der Strasse und versperrt einen guten Blick auf die Klippen. Die hohe Betonmauer mit Stacheldraht gekroent wurde bereits unter der DDR errichtet. Grosse Warnschilder untersagten die Aufnahme von Fotos. Heute verbirgt die gleiche Betonmauer das BW Depot Rothenstein.

Die Geschichte der Anlage reicht weiter zurueck. Die Anlage wurde schon im dritten Reich errichtet. Hier befanden sich die sogenannten Rothensteiner Hoehlen. Das Reichswirtschaftsministerium war im 2. Welrkrieg auf der Suche nach Bergwerken und Hoehlen die sich zur Unterbringung von Produktionsstaetten eigneten. Ebenfalls untersucht wurden die Hoehlen bei Rothenstein.

Nach Unterlagen aus dem Bergbau Buero Weimar, Aussenposten Saalfeld vom 27. Juli 1944, standen nach einigen vorgenommenen Bauarbeiten 6.000 Quadratmeter Raum für eine Kriegproduktion zur Verfuegung. Nach weiteren Ausbauarbeiten konnten weitere  20.000 Quadratmeter Produktionsflaeche genutzt werden. Das Projekt erhielt den Tarnnamen "Albit". Hier untergebracht werden sollten Teile der Produktionsanlagen der Carl Zeiss Werke, Jena.

Die Arbeiten begannen mit 100 Bauarbeiter.

  

Geplant war eine Erweiterung von Tunnel 7 und 8 die nur eine Laenge von 80 metern hatten. Wenn die 2. Bauphase begann sollten schon 100 Arbeiter der Zeiss Werke die Arbeit in den fertrtiggestellten Tunneln beginnen. Nach Beendigung der Bauarbeiten sollten hier 2000 Arbeiter beschaeftigt werden. Mit den Ausbauarbeiten waren 500 Arbeiter und 50 Bergleute beschaeftigt. Verantwortlich fuer alle Arbeiten waren die Zeiss Weerke in Jena. Verantwortlich fuer die Entlueftungsanlage war Dr. Vogel und von Dr. Fleischner von den Siemens-Schuckert-Werk in Berlin-Siemensstadt.

 

Sehr schwierig gestalltete sich im Juli 1944 die Beschaffung von Arbeitskraeftnen und Baumaterialien.

Die Carl Zeiss Werke nahmen die Produktion im November 1944 auf. Bei Kriegsende war die Anlage noch nicht fertiggestellt.

 

Wie andere Anlagen auch, fiel die Anlage in die Haende der Amerikaner und dann der Russen, die die Anlage komplett demontierten und die Maschinen abtransportierten. Für lange Zeit blieb es ruhig um die Anlage, bis unter der DDR Regierung ein erneuter Ausbau der Anlage begann und von dieser als Materialdepot genutzt wurde. Das als Komplexlager 22 bekannte Anlage hatte eine Lagerfläche von 8.000 qm. Schon 1972 wurde die Anlage als Munitionslager 52 in Betrieb genommen und spaeter in Komplexlager 22 Rothenstein umbenannt zu werden. Schon zu diesem Zeitpunkt reichte die Lagerflaeche des Depots nicht aus, um den etwaigen suedlichen Kriegsschauplatz zu versorgen.

Man entschloss sich deshalb die ehemalige “Reimahg” Anlage bei Grosseutersdorf neu auszubauen. Dort standen nach Fertigstellung weitere 11.000 qm Nutzflaeche zur Verfuegung. Diese Anlage erhielt den Namen Teillager 1 Rothenstein. Ein weiteres Lager, das Teillager 2 Lengenfeld suedoestlich von Reichenbach im Voigtland, sollte dafür ausgebaut werden. Durch Proteste der Bevoelkerung kam dieses Projekt nicht zur Ausfuehrung.

Neben dem Komplexlager 22 besaß die NVA 3 weitere unterirdische Komplexlager. Es waren die Anlagen bei Langenstein bei Blankenburg und die Anlage bei Pirna.

Eine gut ausgebaute Straße und Eisenbahnan-schluesse fuehrten in das Komplexlager 22 Geruechten zur Folge beherbergte diese Anlage alles hin bis zu Atomraketen. Hier handelt es sich aber nur um Geruechte. Die NVA duerfte hier aber nur Material gelagert haben um die 4. mot.Schuetzendivision im Ernstfalle zu versorgen.

Nach der Wiedervereinigung wurde diese Anlage von der Bundeswehr uebernommen und genutzt.

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